Weingut Klaus & Marius Meyer | Pfalz
Die Geschichte des Weinguts Klaus & Marius Meyer beginnt 1987 gleich doppelt: In dem Jahr, in dem Marius geboren wurde, gründeten seine Eltern Dorit und Klaus ihr eigenes Weingut in Rhodt unter Rietburg. Weinbau war damit von Anfang an Teil seines Lebens – heute führen Eltern und Sohn den Betrieb gemeinsam, unterstützt von Marius' Frau Claudia und der nächsten Generation.
Marius hat sein Handwerk unter anderem bei Hansjörg Rebholz gelernt. Die präzise Arbeit mit Herkunft und Boden hat ihn geprägt, trotzdem hat er daraus längst seine eigene Handschrift entwickelt. Denn Stillstand ist seine Sache nicht. Tradition bedeutet für ihn nicht, alles so zu machen wie bisher, sondern zu wissen, wo man herkommt – und sich von dort aus weiterzubewegen.
Dafür bietet die Südpfalz rund um Rhodt ziemlich gute Voraussetzungen. Buntsandstein, Granit, Kalkmergel, Löss und Lehm liegen hier teilweise auf engem Raum beieinander. Marius arbeitet mit diesen Unterschieden, statt sie im Keller glattzubügeln. Riesling und Burgundersorten spielen dabei eine wichtige Rolle, gleichzeitig findet man bei ihm auch Syrah oder Blaufränkisch. Dass nicht alles gleich schmecken soll, gehört ausdrücklich zu seiner Vorstellung von Wein.
Im Weinberg steckt viel Handarbeit, im Keller setzt Marius auf eine schonende Verarbeitung und vor allem auf Zeit. Je nach Wein kommen unterschiedliche Ausbauformen zum Einsatz. Das Spektrum reicht vom unkomplizierten, saftigen Alltagswein bis zu Lagen- und Réserve-Weinen mit Tiefe und Struktur. Gemeinsam ist ihnen weniger eine bestimmte Stilformel als Marius' Neugier auf Rebsorte, Boden und Herkunft.
Mit Marius verbindet uns inzwischen weit mehr als eine Geschäftsbeziehung. Er war mehrfach bei uns in Leipzig zu Gast, wir haben ihn in Rhodt besucht, zusammen probiert, gegessen und viele Stunden über Wein gesprochen. Aus der Zusammenarbeit ist über die Jahre eine Freundschaft entstanden – und damit auch ein ziemlich direkter Einblick in die Arbeit und Entwicklung des Weinguts.
Vielleicht mögen wir seine Weine auch deshalb so gern: Sie nehmen Herkunft ernst, ohne daraus eine Doktrin zu machen. Präzise, wenn es darauf ankommt, manchmal überraschend – und immer mit einer gewissen Pfälzer Gelassenheit.
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