Andreas Durst | Pfalz
Andreas Durst ist kein klassischer Winzer. Er ist eigentlich Fotograf – und zwar einer der bekanntesten der deutschen Weinszene. Wer die Bücher von Stuart Pigott kennt, kennt auch Andreas' Bilder. Über Jahre hat er die Weinmacher*innen, Önolog*innen und ihre Familien porträtiert, ihren Alltag dokumentiert und dabei alle persönlich kennengelernt.
Doch irgendwann reichte ihm das Beobachten nicht mehr. Andreas wollte selbst Wein machen. Nicht irgendwelchen Wein – sondern richtig guten. Und so wurde aus dem Fotografen ein Quereinsteiger, der heute großartige Weine produziert. „Durst – ein Name, kein Programm", wie er selbst sagt.
Der gebürtige Rheinländer hat sich für die Pfalz entschieden – genauer gesagt für Bockenheim im nördlichen Teil der Mittelhaardt an der Grenze zu Rheinhessen. Hier bewirtschaftet er auf einer Fläche von 0,6 Hektar seinen Weingarten.
Klimatisch ist es in Bockenheim kühler als in anderen Regionen der Pfalz. Das führt zu einer langsameren Traubenentwicklung und zu feineren, schlankeren und eleganteren Weinen. Andreas setzt dabei auf Rebsorten wie Riesling, Silvaner, Chardonnay, Portugieser und Spätburgunder – alles Sorten, die von der kühleren Lage profitieren und Struktur vor Opulenz stellen.
Als echter Garagenwinzer verfügt Andreas Durst nicht über einen modernen Weinkeller mit High-Tech-Ausstattung. Stattdessen produziert er seine Weine mit dem richtigen Fingerspitzengefühl in seiner Garage. Die Rebanlagen bewirtschaftet er ökologisch und meistens in Handarbeit. Alle Weine werden spontanvergoren und trocken ausgebaut. Sie sind kaum geschwefelt und meistens unfiltriert gefüllt.
Das Ergebnis? Weine, die komplex und ausbalanciert sind, mineralisch, mehr von Struktur geprägt als von Frucht – allesamt mit angenehmer Textur.
Andreas Durst vereint das Beste aus zwei Welten: die Sensibilität und den Blick des Fotografen mit der Handwerkskunst des Winzers. Er kennt die Szene von innen, weiß, was großen Wein ausmacht – und setzt es mit Mut und Eigenständigkeit um.