Mineralität im Wein

Mineralität im Wein

Riesling, Kalkmergel, Buntsandstein, Granit – was wollen uns diese Zuschreibungen sagen?

Welche Rolle spielt das Terroir?
Jeder Wein hat eine Herkunft, kommt aus einer Region, aus einer Kulturlandschaft und am besten definiert dieses komplexe Verständnis von „Heimat“ der französische Begriff Terroir (franz. terroir m. ‚Gegend', von lat. terra ‚Erde'). Dieser wird unter Weinfachleuten verwendet, ist aber für uns am „Point of Sale“ nicht immer leicht zu vermitteln.
Es kann aber nicht falsch sein, an den lateinischen Ursprung dieses Wortes anzuknüpfen und die anderen Faktoren wie Mikroklima, Menschen, geologische Voraussetzungen, Höhenlage, Wind usw. mal außen vorzulassen und den Boden herzunehmen.
Denn jeder Rebstock wächst auf einem solchen, der immer einen komplexen Aufbau besitzt und neben den durchweg vorhandenen Lösslehmauflagen und bedingt durch seine erdgeschichtliche Herkunft spezielle Besonderheiten aufweisen kann – eben jene Muschelkalkablagerungen, Buntsandsteinvorkommen oder Porphyr vulkanischen Ursprungs. Diese Böden besitzen alle ein unterschiedliches Vorkommen an Mineralien – wichtige Vertreter sind beispielsweise Calcium, Natrium, Kalium und Magnesium aber auch Spuren von Eisen etc...

Woran erkennen wir mineralische Weine?
Wenn wir nun über Mineralität im Wein sprechen, dann könnte man vermuten, dass diese Mineralien im gekelterten Wein spezifisch zuordenbar sind und sich messen, darstellen und schmecken lassen.
Wissenschaftliche Analysen haben jedoch ergeben, dass der Gehalt dieser Mineralien sehr gering ist und unterhalb der schmeckbaren Toleranzgrenze liegt. Was schmecken Weinliebhaber dann aber, wenn sie über die Salztöne der großen Lagen in Sancerre schwärmen, die Schieferlagen der Mosel betonen oder über Eisen im Rotliegenden sprechen?

Der Einfluss der verschiedenen Weinhefen
Der Gärprozess, besonders wenn er auf natürlichen Hefen basiert, ist alles andere als einfach. Neben den klassischen Ergebnissen von Kohlendioxid und Alkohol, entsteht eine Reihe von Stoffen, die wir als Geschmack wahrnehmen: Ester und andere Verbindungen, Phenole etc.. In den Traubenhäuten und in den Kernen im Fruchtfleisch sowie im Most wird die Grundlage gelegt, die sich dann nach beendetem Gärprozess sensorisch wahrnehmen lässt.
Damit ist das komplexe Zusammenspiel von Technologie – Naturhefen oder Reinzuchthefen, Maischestandzeit oder keine, hoher Pressdruck oder ein niedriger – entscheidend dafür, welche geschmackliche Prägung der Wein bekommt und ob wir Mineralien schmecken können, ohne dass sie im Wein direkt vorhanden sind. Als Vergleich dazu können wir zum Beispiel bei manchen Rieslingen eine Pfirsichnote schmecken, ohne dass dieser je einen Pfirsich gesehen hat.

Auch in unserem Sortiment finden sich mineralische Weine. Sie alle besitzen ein besonderes Terroir, sie kommen beispielsweise vom vulkanischen Ätna, von einzigartigen Bodenstrukturen im Tal der Loire oder auch vom terrassierten Weinbau im Kaiserstuhl, auch dies ein vulkanisches Ergebnis und heute eine ausgezeichnete Weinkulturlandschaft.


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